Pistole oder Revolver: Brauchen Jäger Kurzwaffen?
Per Gesetz dürfen Jägerinnen und Jäger zwei Kurzwaffen besitzen. Doch viele verwenden sie nicht, obwohl sie durchaus echte Helfer im Jagdalltag sein können.

Übung macht den Meister
Ja, Jägerinnen und Jäger benötigen Kurzwaffen. Das entscheidende ist aber, dass man sich mit diesen Werkzeugen noch besser auskennt, als mit den Langwaffen. Sobald der Lauf einer Kurzwaffe bewegt wird, vergrößert sich der Gefährdungsbereich um ein Vielfaches. Mit einer Langwaffe muss sich der oder die Schützin dafür deutlicher regen. Deshalb gilt auch hier: Wer eine Kurzwaffe besitzt, muss mit ihr üben, üben und noch viel mehr üben. Das gibt nicht nur Sicherheit, sondern auch Spaß auf dem Schießstand. Ob es am Ende eine Pistole oder ein Revolver wird, ist reine Geschmackssache. Wir zeigen dir im Folgenden die unterschiedlichen Einsatzbereiche und Vorzüge.

Die Einsatzgebiete von Kurzwaffen bei der Jagd
Hauptsächlich werden Kurzwaffen bei der Jagd für Fangschüsse eingesetzt. Ob auf verunfalltes oder angeschossenes Wild, mit einer Pistole oder mit einem Revolver im Holster ist man deutlich unauffälliger und wendiger unterwegs, als mit einer Langwaffe. Vor allem sind es aber viele Fallenjäger, die bei der Fangjagd auf Kurzwaffen zurückgreifen. Die eine Jägerin schwört auf ihre Pistole, der andere Jäger auf seinen Revolver. Doch warum gehen hier die Meinungen so stark auseinander?
Vor- und Nachteile von Pistolen
Zunächst einmal sind Pistolen selbstladende und damit halbautomatische Waffen. Nach jedem Schuss wird per Gas- oder Rückstoß eine neue Patrone ins Patronenlager geladen. Gleichzeitig wird die Waffe auch wieder gespannt und ist so unmittelbar nach jeder Schussabgabee wieder schussbereit.
Die Vorteile im Überblick:
- hohe Magazinkapazität
- schnellere Schussfolge möglich
- kompakte Bauform
Nachteile:
- störanfälliger als Revolver
- komplexere Bedienung
- oft schwächere Kaliber, als bei Revovler (9mm ist nicht optimal für Fangschüsse auf schweres Wild)


Vor- und Nachteile von Revolvern
Ein Revolver besitzt immer eine Trommel. Diese Trommel ist gleichzeitig das Patronenlager. Bei jedem Spannen des Hahns bzw. beim Betätigen des Abzugs dreht sich diese Trommel, wodurch der nächste Schuss abgegeben werden kann.
Die Vorteile im Überblick:
- sehr zuverlässig, auch bei wirdigen Bedingungen
- Starke Kaliber möglich (z.B. .357 Magnum oder .44 Magnum, ideal für Fangschuss auf Schwarzwild)
- Einfachere Handhabung als bei Pistole
Nachteile:
- Geringere Schuss-Kapazität (i.d.R. 5-6 Schuss)
- Langsamere Schussfolge
- größere, klobigere und schwerere Bauform, vor allem bei großen Kalibern
Fazit
Für Jägerinnen und Jäger, die maximale Zuverlässigkeit wünschen und regelmäßig schwere Stücke Schwarzwild erlösen müssen, ist wohl ein Revolver ratsamer. Wer eine kompaktere Waffe bevorzugt, wird lieber eine Pistole führen wollen. Das Wichtigste bei beiden: regelmäßiges Üben auf dem Stand. Das gibt Sicherheit und macht auch richtig viel Spaß. Es gibt hier auch sehr gute Weiterbildungs-Möglichkeiten, zum Beispiel bei der FRANKONIA ACADEMY. Und zu guter Letzt: Investiere in ein gutes Holster. Nur wenn sich die Waffe angenehm tragen lässt, wirst du sie auch einsetzen.